… warum bei Brüchen eine chirurgische Versorgung das Mittel der Wahl sein sollte.

DGMKG-Experten berichten auf ihrer Online-Pressekonferenz am 30. Juni über moderne Verfahren aus der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Dresden, Juni 2022 – Schwere E-Scooterunfälle treten mittlerweile fast so oft auf wie schwere Mofa- oder Mopedunfälle: 1.150 Unfälle meldete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für das Jahr 2020. Häufig führen solche Unfälle – vor allem unter Alkohol- oder Drogeneinfluss – auch zu schweren Gesichtsverletzungen. Experten der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) empfehlen hier, die meisten der Frakturen – auch im Bereich des Kiefergelenkes – zu operieren. Über ihre modernen Behandlungstechniken berichten die Fachärzte auf ihrer Online-Pressekonferenz am Donnerstag, den 30. Juni 2022.

Während viele Frakturen im Gesicht früher häufig konservativ durch eine mehrwöchige Ruhigstellung beider Kiefer – zum Beispiel über Schienen an den Zähnen – konservativ behandelt wurden, wird ein Großteil dieser Brüche mittlerweile chirurgisch versorgt. „Heute profitieren unsere Patienten von den Vorteilen einer virtuellen Operationsplanung“, erklärt Professor Dr. med. Dr. med. dent. Max Heiland, Ärztlicher Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Charité in Berlin und DGMKG-Vorstandsmitglied. Die Experten nennen dieses Prozedere „Virtual Surgical Planning“ (VSP). „Wir planen vor der Operation das individuelle Vorgehen und die beste Technik für jede einzelne Verletzung.“ Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen nutzen dafür Computer- und/oder Kernspintomographie sowie 3-D-Drucker, mit deren Hilfe sie bei Knochentransplantationen patientenspezifische Sägeschablonen und Osteosyntheseplatten herstellen können. „So eine Operation ist kürzer und liefert bessere Ergebnisse, da die Implantate im Vorfeld individuell auf jeden Patienten angepasst werden können“, so Heiland. Die MKG-Spezialisten verwenden dabei die unterschiedlichsten Materialen: von resorbierbaren Membranen über vorgebogene Titangitter bis zu Patienten-spezifisch 3D-gedruckten Implantaten. Meist müssen diese Materialien und Schrauben nicht wieder entfernt werden. „Wir versuchen auf jeden Fall, Folgeoperationen oder spätere Korrekturen zu vermeiden.“

Bei schweren Gesichtsverletzungen im Zuge eines Polytraumas – einer lebensbedrohlichen Mehrfachverletzung – wird der Patient im Krankenhaus erst einmal stabilisiert. Für Gesichtschirurgen bedeutet dies zunächst einmal den Atemweg des Betroffenen zu sichern und danach seine Blutungen zu stillen. Die Versorgung der Knochenbrüche kann meistens etwas warten. „Ist eine Augenhöhle betroffen, simulieren wir am Computer die Anatomie der verletzten Augenhöhle durch Spiegelung der unverletzten Seite“, betont DGMKG-Experte Heiland. „So kann der Augapfel nach Rückgang aller Schwellungen wieder seine ursprüngliche Position einnehmen. Sehstörungen wie Doppelbilder oder einen eingesunkenen Augapfel können wir durch diese Behandlungsmethode verhindern.“

Sowohl bei der Behandlung von schwereren als auch bei der Behandlung von leichteren Gesichtsverletzungen kümmern sich die DGMKG-Experten neben einer funktionellen auch um eine ästhetische Wiederherstellung des Gesichts. „Um erneute Schnitte und demzufolge später dann auch Narben zu vermeiden, nehmen wir notwendige Zugänge möglichst vom Mund aus oder auch über bestehende Platzwunden vor“, so Heiland.

Die Experten der DGMKG berichten auf ihrer Online-Pressekonferenz zudem über moderne OP-Methoden und Rekonstruktionen bei der Behandlung angeborener Fehlbildungen und aus der Tumorchirugie.

 

Kontakt für Rückfragen:

Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
Herrn Prof. Dr. Dr. Cornelius Klein
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Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG)
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